Hizmet Gülen Dialogakademie NRW

1. Dialogakademie in NRW: Hizmet wird transparenter

Die erste Dialogakademie der Vereinigung „dialog-nrw“ war ein voller Erfolg. Organisiert  wurde die Veranstaltung durch den Verbund der Dialogvereine der Hizmet-Bewegung in NRW („dialog-nrw ”). Etwa 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Dialog- und Bildungsvereinen kamen in Geseke zusammen. Dabei diskutierten sie über die Zukunft der Dialogarbeit in Nordrhein-Westfalen und tauschten Erfahrungen aus.

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, allen Dialogengagierten ein Forum zum Austausch anzubieten, bei dem sie voneinander lernen und Kompetenzen für die Arbeit im interkulturellen und interreligiösen Dialog erwerben. So können wir unserem Ziel, für unsere Gesellschaft einen konstruktiven  Beitrag zu leisten, besser entsprechen”, sagt Genc Osman Esen, Vorstandsvorsitzender des Rumi Forum am Rhein e.V. in Düsseldorf.

Vielfältiges Programm mit Workshops

Den Auftakt der Veranstaltung machte der Journalist Süleyman Bag. Unter dem Titel „Quo Vadis Hizmet? Wohin geht die Reise?“ gab Bag einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen in der Türkei mit dem Fokus auf die Hizmet-Bewegung und diskutierte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Zukunftsperspektiven. Anschließend referierten Mathias Streicher von der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen und der Theologe Yasin Cakir über die Grundlagen und Prinzipien des interreligiösen Dialogs. Ein weiteres wichtiges Thema, dem sich Hizmet-Engagierte annehmen wollen, ist das Thema der Extremismusprävention. Es entstanden spannende Diskussionen darüber, wie die vier Dialogvereine in NRW gegen Extremismus jeglicher Art arbeiten können.  

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Die TeilnehmerInnen während der regen Diskussion.

Am Abend arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei unterschiedlichen Workshops. Beim Workshop „Message House Training und Veranstaltungsmanagement“ erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kernbotschaften für ihre jeweiligen Vereine und wurden bei der Formulierung durch die Workshopleiter begleitet. Im zweiten Workshop wurde ein Medientraining durchgeführt, bei dem die Teilnehmer in Gruppenarbeit Fragen beantworteten und diese im Plenum vorstellten. Zudem wurde eine Interviewsituation simuliert. Beim dritten Workshop „Dialog vor Ort“ erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Möglichkeiten des sozialen Engagements und mögliche Orte des Dialogs. Der erste Tag endete mit einer Vorstellung der Workshopergebnisse.

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Genc Osman Esen, Vorstandsvorsitzender des Rumi Forum am Rhein e.V.

Reflexion

Insgesamt nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Veranstaltung als gewinnbringend wahr. Viele ließen sich auf eine kritische Selbstreflexion während der Diskussionsphasen ein: Die Hizmet-Bewegung müsse weiter an der Transparenz arbeiten, zu verbergen habe man ohnehin nichts. Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen und des Gesprächsbedarfs beschließt dialog-nrw, die Dialogakademie von nun an in regelmäßigen Abständen zu veranstalten.

 

Bei Fragen rund um die Dialogakademie NRW: g.esen@dialog-nrw.de

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Einladung zur Podiumsdiskussion – Donnerstag, 24. November 2016

“Die Gülen-Bewegung (Hizmet) in NRW“

Einladung zur Podiumsdiskussion

In letzter Zeit wird in der Öffentlichkeit die Hizmet-Bewegung um den muslimischen Prediger Fethullah Gülen kontrovers thematisiert. Für den türkischen Staatspräsidenten Erdogan ist er der Staatsfeind Nr. 1. Viele Experten sehen in ihm jedoch den Ideengeber einer globalen Bildungsbewegung, der den Islam in die Moderne führt.

In diesem Zusammenhang werden viele Fragen aufgeworfen. So wird beispielsweise die Motivation von Menschen hinterfragt, die sich den idealen eines Predigers anschließen und sich ehrenamtlich engagieren. In seinem Ende 2014 in deutscher Sprache erschienenen Buch “Was ich denke, was ich glaube” versucht Gülen sich zu erklären.

Aufgrund der aktuellen Diskussionen wollen wir uns gemeinsam mit Ihnen anschauen, was die Anhänger des Predigers bei uns in Nordrhein- Westfalen tun, und ob diese Aktivitäten dem Ziel des friedlichen Zusammenlebens tatsächlich dienlich sind.

Im Rahmen unserer Veranstaltung werden Herr Prof. Dr. Heiner Barz, Leiter der Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement an der Universität Düsseldorf, Herr Volker Siefert,  freier Reporter und Redakteur beim Hessischen Rundfunk und Herr Ercan Karakoyun, Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung, referieren und uns im Anschluss für eine Diskussion zur Verfügung stehen.

Herr Karakoyun wird dabei die Hizmet-Bewegung näher vorstellen. Die Stiftung Dialog und Bildung gilt als Vertreter der Bewegung in Deutschland. Herr Prof. Barz wird als ausgewiesener Experte die Bildungsarbeit der Bewegung kritisch reflektieren. Volker Siefert wird als Journalist über das, seiner Ansicht nach, politische Wirken der Hizmet-Bewegung und seine Erfahrungen mit ihr in der Recherche und Berichterstattung referieren.

Abgesehen davon stellen verschiedene Vereine aus NRW, die sich dem Hizmet-Gedanken Gülens verbunden fühlen, ihre Aktivitäten in Kurzbeiträgen vor. Die Veranstaltung wird von Marfa Heimbach, Westdeutscher Rundfunk, Köln moderiert.

Der Veranstalter ist dialog-nrw, eine Kooperationsplattform zwischen den Vereinen Interkultureller Dialog e.V. (Köln), Interkulturelles Dialogzentrum e.V. (Dortmund), Ruhrdialog e.V. (Essen) und Rumiforum am Rhein e.V. (Düsseldorf). Als lokaler Partner, Rumi Forum am Rhein e.V., laden  wir Sie herzlich zu der Veranstaltung ein.

Zum Schluss der Veranstaltung erhalten Sie die Gelegenheit zum gemütlichen Austausch.

Bitte beachten Sie, dass wir Anmeldungen aus Kapazitätsgründen nur bis zum 21. November 2016, 20:00 Uhr aufnehmen können.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 


Donnerstag, 24. November 2016

Volkshochschule Düsseldorf, Saal 2

Bertha von Suttner Pl. 1,

40227 Düsseldorf

Einlass  18:45 Uhr

Beginn  19.15 Uhr

Anmeldungen bis zum 21.11.2016 bitte an:

Herr Esen

info@rumiforum.de

Tel. 0152 02 35 58 67


 

 

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Das 14. Internationale Sprach- und Kulturfestival 2016

iflc in Düsseldorf: “Ihr Großen der Welt: Nehmt euch ein Beispiel!”

Das Internationale Sprach- und Kulturfestival (iflc) hat das dritte Jahr in Folge die Massen begeistert. Der restlos ausverkaufte ISS Dome in Düsseldorf platzte aus allen Nähten. Die Bühnenshow war ein Spektakel und ein Überraschungsgast war das Sahnehäubchen.

[…]

Das Programm der Bühnenshow war gut gefüllt, ein Höhepunkt reihte sich an den anderen. Dabei trugen die Kinder bunte, traditionelle Trachten aus den unterschiedlichsten Kulturregionen und ebenso vielfältig waren die Lieder und Gesänge. Ohnehin war das Motto des diesjährigen iflc “Farben dieser Welt”. Diese Vielfalt zeigte sich sowohl in den Aufführungen von Gruppen als auch bei Auftritten einzelner Talente und brachte Momente hervor, die den Ansatz der Völkerverständigung, der dem iflc zugrunde liegt, verdeutlichen. Einer dieser Momente war der Auftritt des russischen Jungtalents Maria. Nachdem sie die Zuschauer mit einem Lied in ihrer Muttersprache begeisterte sprach ein ukrainischer Politiker, der ihre Performance und den Ansatz der Verständigung in höchsten Tönen lobte. “The iflc is a miracle”, ließ er verlautbaren.

[…]

Weiterlesen auf: DTJ-Online

trauer

Stellungnahme zu der Anschlagsserie von Brüssel

Stellungnahme des Rumi Forum am Rhein e.V. zu den Anschlägen von Brüssel

Die terroristischen Selbstmordanschläge in Brüssel sind Angriffe auf die gesamte Menschlichkeit. Das Rumi Forum am Rhein e.V. verurteilt die brutalen und niederträchtigen terroristischen Anschläge in Brüssel aufs Schärfste.

Unsere Anteilnahme und auch Solidarität gilt der belgischen Nation.

In Gedanken sind wir bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Rumi Forum am Rhein e.V.

Taj-tod

„Ich danke meinem Schöpfer, dass wir den Tod auch verdrängen dürfen“

Auch wenn der Tod nur einen kleinen Moment im Leben eines Menschen darstellt, ist er doch ein fester Bestandteil unseres Bewusstseins. Dass man ihn verdrängen kann, ist für Prof. Dr. Hörries ein Segen.

Kein anderes Thema ist für den Menschen so elementar und bedrückend zugleich wie der Tod. Daher kann es kaum verwundern, dass jeder Kulturkreis für die Bestattung der Toten eigene Formen und Riten entwickelt hat. In einem Interview mit der Zeitschrift Die Fontäne erklärt der ehemalige Direktor des Museum für Sepulkralkultur in Kassel Prof. Dr. Reiner Hörries, dass es ein Segen sei, den Tod verdrängen zu dürfen.

Der Tod ist Realität für jeden Einzelnen von uns. Neben unserem eigenen Tod, der uns mit zunehmendem Alter immer öfter beschäftigt, werden wir an ihn erinnert, wenn aus unserer Familie oder unserem Bekanntenkreis jemand verstirbt. Für Hinterbliebene ist der Tod dann – je nach Nähe zum Toten – in der Regel der Anfang einer sehr langen Phase der Verwirrung und Desillusion. Der Tod ist jedoch auch Kultur. Es gibt zwar einen Tod, aber viele verschiedene Wege, aus dieser Welt zu scheiden.

Ein Religionsphilosoph sagte einst: „Ich weiß nur eins sicher: dass es den Tod gibt.“ Dieser realistischen bzw. wissenschaftlichen Erkenntnis stehen aber auch andere religionsphilosophische Meinungen gegenüber.

Der Tod aus Rumis Sicht

Rumi etwa, der große Sufi-Meister aus Konya, sah dem Übertritt ins Jenseits wie einer Hochzeit entgegen, die ihn endlich mit Gott, seiner lang ersehnten Liebe, vereinigen würde: „Der Tod ist nicht etwas, wovor man Angst haben sollte. Vor dem Tod Angst zu haben ist so, als ob man vor sich selbst Angst haben würde. Denn der Tod eines jeden Einzelnen ist ihm gleich und ein Spiegel seines irdischen Lebens zugleich.“

Dieser romantische, aufs Jenseits ausgerichtete Blick auf den Tod ist sehr speziell und kann natürlich nicht für jeden gelten. Dennoch ist er ein Entwurf, der bei vielen Menschen rund um den Globus Zuspruch findet.

Schon seit jeher wird der Tod in allen Gesellschaften von der breiten Masse der Bevölkerung eher als eine Phase der Trauer und des Traumas wahrgenommen. In der modernen Mediengesellschaft ist es nicht ein „individuelles Trauma“, sondern über die vielen tagtäglichen Berichte über Katastrophen, Terroranschläge und Kriege ein kollektives. Es sind wenige Medien, die in dieser schnelllebigen Zeit ausführlich dem „einfachen Tod“ Aufmerksamkeit schenken. Der Berliner Tagesspiegel ist einer davon und berichtet jeden Freitag unter dem Titel „Nachrufe“ über Menschen, die gerade von uns gegangen sind.

Eine Form der Selbsttherapie?

Die Bestattung und die Trauerzeremonie ist für die Hinterbliebenen eine Gelegenheit, dem Verschiedenen eine letzte Ehre zu erweisen, gleichzeitig aber auch eine Form der Selbsttherapie. Das Abschied-Nehmen ist für die Abschiednehmenden einerseits sehr schwierig, andererseits elementar und entscheidend für ihre persönliche Zukunft. Der Theologe Prof. Dr. Hörries ist der Meinung, dass es ein Segen sei, den Tod zu verdrängen zu können: „Ich danke meinem Schöpfer dafür, dass es uns Menschen trotz des Bewusstseins unserer Sterblichkeit geschenkt ist, dass wir den Tod auch verdrängen dürfen. Wenn ich täglich an den Tod und an mein Ende denken würde und müsste, hätte ich ja gar keine Lebensperspektive mehr.“

Es gibt sehr viele Bestattungsnormen und -kulturen, die sich in den vergangenen Jahrtausenden auch stetig weiter entwickelt haben. Die Friedhofskultur in Deutschland beispielsweise hat ihren Ursprung im frühen Römischen Reich. Dort war es üblich, dass die Familien ihre Verstorbenen persönlich vergruben: „Meistens auf einem freien Fleckchen Erde unweit vom eigenen Zuhause“, klärt Prof. Dr. Hörries auf und ergänzt: „Im späten Römischen Reich wurde den Familien diese Aufgabe dann erstmals von der Gemeinde abgenommen, und die Idee eines zentralen Friedhofs nahm Gestalt an.“

Es setzt ein Umdenken ein

Heute existieren neben jahrtausendealten Bestattungsformen auch moderne Formen der Bestattung. Die Unterschiede sind nicht mehr nur zwischen, sondern auch innerhalb der Kulturräume vorhanden. Prof. Dr. Hörries hat eine Erklärung dafür: „Zum einen gibt es in unserem Land immer weniger Christen. Ein Drittel ist bereits konfessionslos; aber selbst unter Christen gehen die kirchlichen Bestattungen zurück, unter anderem deshalb, weil die christlichen Pfarrer – und da muss ich mich mit einrechnen, weil ich selber Pfarrer bin – diese Aufgabe häufig zu sehr als eine Routineaufgabe verstanden haben. Doch derzeit habe ich das Gefühl, dass ein Umdenken einsetzt. Ich glaube, dass wir Theologen und Pfarrer im Amt uns gerade neu bewusst machen, dass Bestattung im kirchlichen Sinne ein Werk der Barmherzigkeit ist.“

Das gesamte Interview kann man in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift oder auf www.fontäne.de lesen. Die Fontäne ist bis Ende März in gut sortierten Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich.

 

Quelle: DTJ-Online.de

gülen le monde

Gülen Gastbeitrag in „Le Monde“

„Wir erleben keinen Kampf der Kulturen, sondern einen zwischen der Zivilisation und der Barbarei“

Der Terrorismus ist ein globales Problem, das die Menschheit im Allgemeinen und die Muslime im Besonderen betrifft. Sie sind nicht nur Opfer – auch ihre Religion wird von Terroristen missbraucht.

Was tun gegen den Terrorismus, was tun für den Frieden? Spätestens seit dem 11. September sehen sich Muslime zunehmend einem Generalverdacht ausgesetzt. Oftmals wird behauptet, dass sie den Terror dulden oder sogar gutheißen. Wie absurd diese Vorstellung ist, sei dahingestellt, doch das Problem besteht weiterhin. Der IS rekrutiert weiter die Jugendlichen, die Staaten tun sich schwer, ihn zu bekämpfen.

Der islamische Gelehrte Fethullah Gülen hat nun in einem Gastbeitrag, der vergangene Woche in der französischen „Le Monde“ erschien und hier in Auszügen wiedergegeben wird, seine Sicht der Dinge dargelegt und Lösungsansätze geboten:

„Es fällt mir schwer, meine Betrübtheit über die Gräueltaten des IS und ähnlicher Terrorgruppen in Worte zu fassen. Dass solche Gruppen bei der Ausübung von Terroranschlägen ihre perversen Ideologien in religiöse Gewänder verhüllen, stürzt mich, wie den überwältigenden Teil der übrigen 1,5 Milliarden Muslime der Welt auch, in tiefe Trauer. Es ist als muslimische Gemeinschaft unsere Aufgabe, die Menschheit vom Übel des Terrorismus zu befreien und ferner zu versuchen, unsere Religion von diesem dreckigen Teer zu säubern.

Man kann durch gewisse Begriffe und Symbole oberflächlich eine bestimmte Identität beanspruchen. Die Aufrichtigkeit aber kann nur daran gemessen werden, wie sehr jene Grundwerte der beanspruchten Identität in der Praxis gelebt werden. Der tatsächliche Glauben (Iman) zeigt sich weder in Slogans noch durch äußere Merkmale, sondern darin, wie sehr man bemüht ist, Menschenleben zu schützen und alle Menschen hochzuachten.

Als Muslime müssen wir die totalitäre Ideologie der Terroristen, die diese verbreiten, ohne Wenn und Aber ablehnen. Im Gegenzug müssen wir eine umarmende Gesinnung fördern, die Vielfalt als Reichtum ansieht. Noch vor unserer ethnischen, nationalen, auch religiösen Identität steht unsere Humanität und den tatsächlichen Schaden von solch barbarischen Aktionen trägt die moralische und spirituelle Persönlichkeit der Menschheit davon. Die französischen Bürger, die in Paris ihr Leben verloren haben, ebenso die schiitisch-muslimischen Libanesen, die einen Tag davor in Beirut starben, sowie die sunnitisch-muslimischen Bürger, die im Irak durch die selben Terroristen getötet wurden, sind in erster Linie Menschen. Solange man den Leidenden – ganz gleich welcher religiösen oder ethnischen Identität sie gehören – nicht mit Empathie begegnet und mit demselben Willen versucht, dieses Leid zu stillen, ist ein Fortschritt der Zivilisation nicht möglich.

Weg von Verschwörungstheorien, hin zu Selbstkritik

Als Muslime müssen wir uns von den Verschwörungstheorien lösen, die uns von unseren eigenen Problemen ablenken und uns selbst einer kritischen Selbstreflexion unterziehen: Sind etwa heimliche Sympathien zur Autokratie, zur körperlicher Gewalt, die Vernachlässigung der Jugend und das Fehlen einer ausgewogenen Bildungsarbeit muslimischer Verbände und Vereine schuld daran, dass unsere Gemeinden und ihre Mitglieder empfänglich geworden sind für das radikale Gedankengut extremistischer Gruppierungen?

Haben wir, weil wir die grundlegenden Menschenrechte, die Freiheit, die Rechtsstaatlichkeit und eine Gesinnung, die jeden umarmt, immer noch nicht wirksam umsetzen konnten, jene, die auf der Suche nach Antworten sind, in eine verzweifelte Lage gebracht und dafür gesorgt, dass sie sich von uns abwenden?

Die Tragödie von Paris erinnert uns erneut daran, dass diese abscheulichen Taten, welche religiös begründet werden, sowohl von unseren religiösen Gelehrten, als auch von normalen Muslimen ohne Wenn und Aber abgelehnt sowie verdammt werden müssen. Aber in der derzeitigen Lage reicht ein Ablehnen und ein Verdammen nicht mehr aus. In den muslimischen Gesellschaften muss gegen die Rekrutierung der Jugendlichen durch die Radikalen anhand eines Bündnisses, in dem sich staatliche Institutionen, religiöse Führer und zivilgesellschaftliche Institutionen zusammenschließen, in kluger Art und Weise vorangegangen werden. Es müssen Projekte entwickelt werden, die alle Faktoren der Rekrutierung von Terroristen berücksichtigen und die gesamte Gemeinschaft miteinbeziehen.

Wir müssen präventive Maßnahmen treffen und die nötige Infrastruktur schaffen, damit wir die gefährdeten Jugendlichen in unseren Reihen frühzeitig herausfiltern und sie vor allem durch die Beratung mit ihren Familien daran hindern, sich in gefährliche Abenteuer zu begeben. Als Bürger müssen wir mit den Staaten, deren Staatsbürger wir sind, kooperieren und uns positiv engagieren, uns an Tische setzen, an denen Pläne zur Terrorismusbekämpfung geschmiedet werden und unsere Meinung einbringen. Hier sind natürlich auch die Staaten gefordert. Wir müssen unseren Jugendlichen beibringen, ihre Meinungen auf demokratischem Wege zu äußern. Die frühzeitige Lehre demokratischer Werte in Schulen ist für die Entwicklung eines gesunden Menschenverstandes der zukünftigen Generationen wichtig.

Mahnende Beispiele aus der Geschichte

In der Geschichte gab es nach vergleichbaren Tragödien extreme Reaktionen. Islamfeindlichkeit und anti-islamische Strömungen, staatliches Handeln, das Muslime nur als Sicherheitsfaktor bewertet kann eher Schaden als Nutzen hervorbringen. Die Muslime in Europa wünschen sich ein Leben in Frieden und Ruhe. Trotz der negativen Stimmung sollten sie sich mehr einbringen und zu einer Politik beitragen, welche die Integration ihrer Glaubensgemeinschaft verbessert.

Als Muslime müssen wir aus diesem Anlass unser Islamverständnis und unsere Praktiken im Lichte der gegenwärtigen Voraussetzungen und der zeitgemäßen Auslegung überdenken und dazu in der Lage sein, Selbstkritik zu üben. Dies bedeutet keinesfalls, sich von der islamischen Tradition abzuwenden. Im Gegenteil: Es bedeutet, dass man mögliche Abweichungen bemerkt und diese korrigiert, somit den Geist und die Essenz des Korans und die Sunnah (Tradition des Propheten) wiederzubeleben.

Wir müssen uns dagegen einsetzen, dass unsere religiösen Quellen aus dem Zusammenhang gerissen und für andere Zwecke instrumentalisiert werden. Die muslimischen Gelehrten, Ideengeber und Intellektuellen müssen den Menschen beibringen, dass man religiösen Quellen in ihrer Gesamtheit begegnen muss. Der Glaube an gewisse Grundsätze ist kein Dogmatismus. Die Meinungsfreiheit, welche den Muslimen einst eine Art Renaissance erleben ließ, wiederzubeleben, ist möglich und auch unentbehrlich – ohne dabei grundlegende religiöse Werte außer Acht lassen zu müssen. Den Radikalismus und Terrorismus, welche die Gewalt befeuern, kann man nur in einem solchen Klima bekämpfen.

Leider beobachte ich, dass nach den aktuellen Ereignissen in einigen Kreisen erneut die These vom Kampf der Kulturen Erwähnung findet. Ob die ersten, die diese These in den Raum warfen, eine fundierte Prognose abliefern wollten, oder einen bestimmten Plan hatten, kann ich nicht beurteilen. Aber eins ist klar: Nämlich dass solch eine Rhetorik lediglich den Terrororganisationen zugute kommt. Jedoch muss ich einwenden: Wir erleben keinen Kampf der Kulturen, sondern einen zwischen der gesamten Menschheit und der Barbarei.“

Fethullah Gülen

Fethullah Gülen verurteilt Terror von Paris aufs Schärfste

Der türkische Gelehrte Fethullah Gülen, der eine Stimme des Friedens und eine Figur der Toleranz und des Dialoges ist, spricht den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl und seine Anteilnahme mit den folgenden Worten:

Ich bin zutiefst erschüttert und voller Trauer über die Nachricht eines verfluchten Massakers in Paris, bei dem mehr als einhundert unschuldigeMenschen um ihr Leben gekommen sind und noch viele weitere unschuldige Menschen schwer verletzt wurden.
Ganz gleich, wer eine solche Schreckenstat verursacht hat und auch zu welchem Zweck, verfluche ich jede Akt des Terror und jeden einzelnen Terroristen auf dieser Welt.
Terror ist ein großer Schlag gegen Frieden; dieses Verbrechen muss ohne „Wenn und Aber“ verurteilt und verflucht werden.
Der Terror ist in erster Linie eine Bedrohung für Menschenleben, dem heiligsten und universellsten aller Werte. Sie ist die schrecklichste, von Menschen ausgeführte Tat auf dieser Welt. Keine Religion, keine Weltanschauung und keine Form der Auffassung kann derart drastisch verkommen.
Jedes einzelne und individuelle Menschenleben hat für Allah (Gott) einen unabdingbaren Stellenwert. Unsere heilige Schrift (Der Koran) zählt den Schutz des Menschenlebens, ohne dabei nach Ethnie oder Konfession zu schauen, bedingungslos zu den allerwichtigsten Werten: „Einen Unschuldigen zu töten ist so, als hätte man die Ganze Menschheit getötet.“
Muslime können und dürfen lediglich das Symbol für Frieden, Versöhnung und die Ruhe sein. Aus diesem Grund kann weder ein Terrorist ein Muslim/eine Muslima sein, noch ein wahrer Muslim/ eine wahre Muslima ein Terrorist.
Den Verletzten der erschütternden und unmenschlichen Anschlagserie, in der französischen Hauptstadt von Paris, wünsche ich eine schnelle Genesung und spreche den Angehörigen der Opfer und damit dem gesamten französischen Volk, in der Person des französischen Staatspräsidenten François Hollande, mein aufrichtiges Beileid aus.


M. Fethullah Gülen

Tagung

Einladung zur 2. Hizmet-Jahrestagung

Hizmet für universelle Werte

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat weltweit Eingang in die Rechtsordnungen gefunden und ist heute in jedem Land ein Bezugspunkt für die Menschen, die sich nach universellen Werten und Menschenrechten sehnen. Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Toleranz, Achtung vor der Natur und gemeinsam getragene Verantwortung gehören genauso dazu wie auch das Recht auf Bildung, gesundheitliche Grundversorgung und sauberes Wasser.Millionen Menschen auf der Welt sind heute weit davon entfernt, diese Rechte in der Praxis ausüben zu können. Nicht selten berufen sich Menschen auf ihre Religion, wenn sie Kriege anzetteln, Menschen diskriminieren, die Religionsfreiheit einschränken oder andere vom Wohlstand ausschließen. Die Menschen in Hizmet (Gülen-Bewegung) hingegen versuchen mit ihrem Engagement, motiviert durch ihre Religion, einen Beitrag dazu zu leisten, dass universelle Werte erneut Geltung bekommen. Sie sehen sich als einen „Anbieter auf dem Markt der Werte“, wie es einst Margot Käßmann formulierte. Doch welche universellen Werte und Menschenrechte stehen im Fokus des Engagements der Menschen in Hizmet? Mit welchen Ansätzen versucht man einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten? Was sind Motivation und Ziel der Projekte? An welchen Stellen sollte das Engagement erweitert werden? Welche Kritik gibt es an dem Engagement?Mit Journalisten, Wissenschaftlern, und Experten aus der Gesellschaft wollen wir über diese und weitere Themen diskutieren. Als Ansprechpartner für die Ideen und Positionen der Menschen in Hizmet sowie Fethullah Gülens wollen wir den Beitrag Hizmets für die Gesellschaft gemeinsam mit ihnen erörtern und hinterfragen.

Datum: Samstag, den 21. November 2015, ab 1o:00 Uhr
bis Sonntag, den 22. November 2015, 15:00 Uhr

Ort: Hotel Global
Mörfelden-Walldorf (bei Frankfurt am Main)

ANFAHRT

Ablauf + Referenten (Download folgt)

Bei Interesse und Fragen können Sie uns unter 030/206 21 400 oder info[at]sdub.de kontaktieren.
Anmeldungen werden ausschließlich unter dem Vorbehalt verfügbarer Kapazitäten angenommen.

Mehr Infos unter: http://dialog-und-bildung.de/

Kooperationspartner: BDDI.org

bddi-squared

 

 

EKUAp

Ein Bericht über die von der AKP-Regierung seit Dezember 2013 ergriffenen Maßnahmen

KURZFASSUNG – Original kann hier nachgelesen werden.


Der Bericht wurde von Lord Woolf, ehemaliger Lord Chief Justice of England and Wales; Sir Jeffrey Jowell, Emeritus Professor of Public Law des University College London und Director of the Bingham Centre for the Rule of Law; Sir Edward Garnier, ehemaliger Solicitor-General for England and Wales; und Sarah Palin, Barrister für Menschenrechte und Medienrecht, verfasst und kommt zu dem Ergebnis, dass die türkische Regierung seit Dezember 2013 systematisch Menschenrechtsverletzungen verübt hat, die eine Klage auf internationaler Ebene, höchst wahrscheinlich vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, begründen würden.

Das hauptsächliche Ziel der Übergriffe waren Anhänger der Gülen-Bewegung, einem Netzwerk der Zivilgesellschaft aus Personen und religiösen, humanitären und Bildungsinstitutionen, die sich den Ansichten des islamischen Gelehrten Fethullah Gülen anschließen, der für interreligiösen Dialog, gemeinnützige Arbeit und universelle Bildung eintritt. Der neueste Katalysator der Regierungsoffensive gegen die Bewegung war im Dezember 2013 die erneute Entzündung der schwelenden öffentlichen Besorgnis über das Fehlverhalten der Regierung durch die Enthüllung eines Korruptionsskandals , in den Präsident Recep Tayyip Erdoğan (zu der Zeit Ministerpräsident), vier Kabinettsminister, Mitglieder ihrer Familien und mehrere prominente Geschäftsleute verwickelt waren. Die Regierung behauptete, dass eine Parallelstruktur von Gülen-Anhängern im türkischen Staat versuche, einen gerichtlichen Coup zu landen und forderte ihre Zerstörung.

Die darauf folgenden Verletzungen der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und anderer von der Türkischen Republik unterzeichneten Menschenrechtsabkommen seitens der Regierung lassen sich in drei wesentliche Kategorien einteilen: den Betroffenen der Untersuchung wird das Recht auf Freiheit, Sicherheit und ein faires Verfahren verweigert, nachdem von der Exekutivgewalt über die Justiz Gebrauch gemacht wird; die Meinungsfreiheit wird unterdrückt – insbesondere in den Medien; und die Anhänger der Gülen-Bewegung werden Säuberungsaktionen und Schikanen ausgesetzt und ihre Institutionen und Verbände blockiert.

i) Die Subversion des Rechtsstaatsprinzips und anschließende Verweigerung der Rechte auf Freiheit, Sicherheit und ein faires Verfahren

Seit dem Korruptionsskandal im Dezember 2013 hat die AKP-Regierung nie gesehene Schritte unternommen, um von der Exekutivgewalt über die Justiz-, Polizei- und Strafverfolgungsbehörden Gebrauch zu machen. Zu diesen Schritten gehört die Entlassung aller Mitarbeiter, die für den Obersten Rat der Richter und Staatsanwälte gearbeitet haben. Sie wurden durch Personal ersetzt, das der Justizminister ernannte – ein Vorgehen, dass vom Verfassungsgericht der Türkei als verfassungswidrig entschieden, aber nie rückgängig gemacht wurde – und die Einführung neuer Strafrichter des Friedens mit ausgedehnter Macht über strafrechtliche Untersuchungen.

Durch die Untergrabung der Unabhängigkeit der türkischen Justiz hat die AKP-Regierung die Verhaftung sich offen äußernder Medienpersönlichkeiten und Hunderter in der Antikorruptionsoperation involvierter Polizeibeamter ermöglicht. Diese Verhaftungen waren ein Verstoß gegen die türkische Verfassung und das Verbot von Folter, gegen das Recht auf Freiheit und Sicherheit und das Recht auf ein faires Verfahren, die jeweils in den Artikeln 3, 5 und 6 der EMRK festgeschrieben sind.

Zu den Beispielen der Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit diesen Verhaftungen gehören: unerträglich Bedingungen, Verweigerung von Anwaltskontakt, erzwungene

Unterschrift von Dokumenten und das Versäumnis, direkt einem Richter vorgeführt zu werden, dem die verhafteten Polizeibeamten ausgesetzt waren; die Verhaftung des Chefs der Mediengruppe Samanyolu, Hidayet Karaça, aufgrund des
unzulänglichen Verdachts, verschlüsselte Botschaften durch eine Episode eines fiktiven TV- Dramas ausgestrahlt zu haben; und die Weigerung von Staatsanwälten, einer gerichtlichen Anordnung zur Freilassung von Herrn Karaça und 63 Polizeibeamten auf Kaution Folge zu leisten.

ii) Die Verweigerung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung

Seit Dezember 2013 hat die Regierung zunehmend gegen das im Artikel 10 der EMRK verankerte Recht auf freie Meinungsäußerung verstoßen. Die staatlich geförderte Unterdrückung freier Berichterstattung und öffentlicher Debatte hat sowohl Einschränkungen der Pressefreiheit als auch Behinderungen der sozialen Medien mit sich gebracht.

Zu den Beispielen für das scharfe Vorgehen der AKP-Regierung gegen die Pressefreiheit gehören die Anklage gegen den Chefredakteur der Zaman wegen der Berichterstattung über eine Rede, die der Oppositionsführer vor dem Parlament gehalten hatte; die Verteilung einer Liste von Journalisten, die gefeuert werden sollten, an den Vorsitzenden der Koza İpek Holding, zu der die Zeitung Bugün gehört; die durch Präsident Erdoğan und Premierminister Davutoğlu persönlich erstattete Strafanzeige gegen den Redakteur von Today’s Zaman; die Deportation des Reporters Mahir Zeynalov wegen des „Postens von Tweets, die hochrangige Staatsbeamte kritisierten“; und die Ausübung wirtschaftlichen Drucks auf andersdenkende Medieneinrichtungen.

Die Regierung hat auch das Internetgesetz geändert, damit die Telekommunikations- und Kommunikationsbehörde TIB Online-Inhalte blockieren kann, oft ohne Gerichtsbeschluss und mit nur vier Stunden Vorankündigung. Die TIB hat diese Machtposition genutzt, um Twitter zu blockieren. Die Maßnahme wurde vom türkischen Verfassungsgericht als „schwerwiegende Einmischung in die freie Meinungsäußerung“ entschieden. Das Verfassungsgericht hat danach die vierstündige Vorankündigungszeit als verfassungswidrig verworfen, woraufhin die AKP- Regierung eine „fast identische“ Änderung in das Internetgesetz einbrachte.

iii) Diskriminierung der Gülen-Bewegung

Die Erdoğan-Regierung hat die vermeintliche Existenz eines Parallelstaates, für den sie
keinen Beweis erbracht hat, als Vorwand benutzt, um Personen und Unternehmen die mit der Gülen-Bewegung in Verbindung gebracht werden, aus öffentlichen Ämtern zu vertreiben, direkte Hassreden an sie zu wenden und sie zu enteignen und damit wiederholt gegen die EMRK verstoßen.

Bei den Säuberungsaktionen sind seit Dezember 2013 etwa 40.000 Polizeibeamte, Staatsbedienstete und Staatsanwälte unter dem Verdacht einer Verbindung zur Gülen-Bewegung aus ihrem Amt entfernt worden, was durch die Schaffung einer Parallelen Überwachungseinheit bei der Polizei für Terrorismusbekämpfung erleichtert wurde.

Solch diskriminierende Maßnahmen verstoßen gegen das Recht auf Privatleben und das Verbot von Diskriminierung, die in den Artikeln 8 und 14 der EMRK garantiert sind.

Die AKP-Regierung hat auch versucht, die Anhänger der Gülen-Bewegung durch eine Kampagne von Hassreden zu diffamieren. President Erdoğan hat die Gülen-Anhänger als „Perverse“, „Verräter“, „heimtückische Viren und Parasiten“ und „Mitglieder einer Terrororganisation“ verunglimpft. Er hat behauptet, dass nur die „Hölle sie reinwaschen werde“ und Bürgermeister großer Städte aufgerufen, sie zu „vernichten“. Die weit verbreitete und systematische Natur dieser aggressiven Rhetorik legt nahe, dass es sich um Hassreden handelt, die unter die Definition des Artikels 17 der EMRK fallen und verboten sind.

Die AKP-Regierung hat schließlich auch in offensichtlich unberechtigter, unverhältnismäßiger und illegaler Weise das in Artikel 1 des Protokolls 1 der EMRK garantierte Recht auf Eigentum von Unternehmen und Verbänden eingeschränkt, die der Gülen-Bewegung angeschlossen sind. Zu den Beispielen hierfür gehören die Beschlagnahme der Bank Asya durch die Bankenregulierungs- und Überwachungsbehörde und die Maßnahmen, mit denen der Hilfsorganisation Kimse Yok Mu das Recht entzogen wurde, Spenden einzusammeln.

Methodik

Dieser Bericht ist von einer unabhängigen, selbstverwalteten Gruppe von Autoren mit Erfahrung in der Durchführung von Untersuchungen objektiv und unparteiisch erstellt worden. Die Autoren wurden von Rechtsanwälten der Journalists and Writers’ Foundation gebeten, eine unabhängige Schreibtischuntersuchung über die Maßnahmen der türkischen Regierung, ihrer Institutionen und Amtsträger gegen Anhänger der Gülen-Bewegung durchzuführen. Zum für diese Schreibtischprüfung verwendeten Material gehörten schriftliche Stellungnahmen von Zeugen und Opfern sowie die türkische Rechtsordnung, Gerichtsurteile und Zusammenfassungen von Zeugenaussagen.

Dieser Bericht deckt den Zeitraum von Dezember 2013 bis heute ab, doch, wo angebracht, sind auch frühere Ereignisse erwägt worden.