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Gülen-Bewegung Ditib

Selbstbild und Fernsehnutzung junger Menschen mit türkischem Migrationshintergrund

Die Themen Migration und Integration haben eine hohe gesellschaftspolitische Relevanz. Auch die Medien reagieren in ihrer inhaltlichen Gestaltung darauf. Die Vorabendserie »Türkisch für Anfänger« und der Fernsehfilm »Wut« im Ersten sowie die WDR-Dokureihe »Die Özdags« sind anschauliche Beispiele hierfür. Dem Fernsehen wird vorgeworfen, Stereotype und Klischees über die Türkei zu reproduzieren.

Nicht nur in Nachrichten, auch in fiktionalen Sendungen wird die Darstellung von Türken oft als einseitig, eindimensional und klischeebeladen kritisiert. Die Frage ist, ob die Umsetzung aus Sicht der jeweiligen Migrantengruppe gelungen erscheint. Dieser Frage wurde im Rahmen einer qualitativen Auftragsstudie im Jahr 2006 nachgegangen. Junge Menschen mit türkischem Migrationshintergrund stellen türkische TV-Persönlichkeiten auf den Prüfstand: Wer von ihnen entspricht dem Bild des Türken ohne ins Klischee abzugleiten?

Unter dem Titel „Selbstbild und Fernsehnutzung junger Menschen mit türkischem Migrationshintegrund“ hat das Rumi-Forum am Rhein deutsche und türkische Akademiker an einen Tisch gebracht um Probleme anzusprechen und Lösungen zu suchen.

Dipl.-Psychologin Regine Hammeran (Geschäftsfeldleiterin der result GmbH mit Themenschwerpunkt »Medien- und Migrationsforschung«) hat in dieser Studie festgestellt, dass Türken in der Altersgruppe der 19 bis 49-Jährigen sich nicht gerne mit dem Bild der Türken identifizieren, das im deutschen Fernsehen aussgesstrahlt wird. Als besonders störend empfunden und daher nicht als Selbstbildnis aufgefasst werden die oft dargestellten Klischees des Döner- und Obstverkäufers oder Problememachers.

Die propagierte Medienpolitik führt bei den türkischen Bürgern zu einer leicht abneigenden Haltung gegenüber dem Deutschen TV, wobei das deutsche Fernsehprogramm aber generell als „seriös und kalt“ empfunden wird. Die türkischen Medien hingegen werden als sehr „emotional unbd sensationslastig“ eingestuft. So ähneln türksche Nachrichten im Vergleich zur seriösen Nachrichtenstellung der Detuschen schon fast Magazinprogrammen, werden aber als objektiver empfunden als deutschen Nachrichten, die befangener erscheinen. Hieraus ist ensteht der Vorteil beides anschauen und zusammenführen zu können, um zu entscheiden, wo die Wahrheit ist.

Fr. Hammeran betonte, dass die Medien eine hohe Verantwortung für die Integration tragen und alles darum geben sollten, „fremde“ Darsteller so zu positionieren, dass sie nicht Klischees spielen, sondern als Vorbilder dienen und integrationsfördernd sind. Das kann nur durch die enge Zusammenarbeit mit den Medien und der darzustellenden Minderheit geschehen.